Field-Study N°05 / 2024Der DFM-Forschungsbogen – Empirie · Methode · MandatSechs Märkte · ein ModellErhebung 2024
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Field-Study · Methodik im Kulturvergleich

Das Harvard-
Konzept im
Kultur­vergleich.

Sechs Märkte, 184 Verhandlungen. Wo das Konzept trägt – und wo es nicht ohne kulturelle Übersetzung anwendbar ist.

MärkteDE · CH · US · JP · KR · UAE
Verhandlungen184 · live beobachtet
Prinzipien4 · nach Fisher / Ury / Patton
Erhebung2024 · vor Ort
Field-Study N°05 / 2024Sechs Märkte · ein Modell
Harvard4 PRINZIPIENDECHUSJPKRUAE184 VERHANDLUNGEN · LIVE BEOBACHTET
Vermerk · Erhebung 2024Die vier Prinzipien des Harvard-Konzepts (Sache/Person, Interessen/Positionen, Optionen, objektive Kriterien) sind weltweit zitiert. Ihre An…

Die vier Prinzipien des Harvard-Konzepts (Sache/Person, Interessen/Positionen, Optionen, objektive Kriterien) sind weltweit zitiert. Ihre Anwendung ist es nicht. Wir haben 184 Verhandlungen in DE, CH, US, JP, KR und UAE live begleitet und systematisch nach methodischer Treue bewertet.

Befund: Das Konzept trägt überall – aber es muss kulturell übersetzt werden, damit es greift. Die Prinzipien sind universell, ihre Vermittlung ist es nicht.

Wie wir gemessen haben.

01

Studie­n­design

Q4/2023 · Beobachtungs­schema

02

Feld DACH

Q1 – Q2/2024 · 80 Verhandlungen

03

Feld US

Q2/2024 · 36 Verhandlungen

04

Feld APAC + UAE

Q3/2024 · 68 Verhandlungen

05

Auswertung

Q4/2024

Was die Daten
tatsächlich sagen.

§ 01

DE/CH: Methodik wird stark akzeptiert – manchmal überfordernd.

Methodik wird in DACH am explizitesten benannt und erwartet. Risiko: Methode wird als Selbst­zweck eingesetzt; die Verhandlung wird formalisiert, bevor sie kreativ wird.

§ 02

US: Wert­erschließung ja, „Person trennen" nur partiell.

Das Prinzip „Sache von Person trennen" wird in US-Cases am häufigsten verletzt – obwohl die Methodik dort historisch verankert ist. Die persönliche Performance ist Teil der Sache.

§ 03

JP/KR: Beziehungs­ebene dominiert.

In Japan und Korea greift Methode erst, nachdem Beziehung etabliert ist. Wer mit „Interessen vor Positionen" einsteigt, ohne Beziehungs­zeit investiert zu haben, wird nicht gehört.

+34%Beziehungszeit JP/KR
§ 04

UAE: Anker und Status stark – Optionen schwächer.

Im untersuchten UAE-Sample wird das Prinzip „Optionen vor Entscheidung" am seltensten umgesetzt. Status­fragen und Anker dominieren das frühe Gespräch.

Was die Daten
zeigen.

FIG. 02 · MATRIXVier Harvard-Prinzipien · sechs Märkte
DACHUSJPCNINAESache · PersonInteressenOptionenKriterien888479747176828664586871748158526468867848425651
Wirkungsstärke jedes Prinzips, gemessen am Outcome-Index. Punkt­größe und Farb­tiefe kodieren die Stärke. Sache-vor-Person greift überall; objektive Kriterien benötigen die meiste Übersetzung.Quelle · DFM Service · 184 Verhandlungen · 2024
FIG. 03 · RADARHarvard-Wirksamkeit je Markt
DACHUSJPCNINAESache·PersonInteressenKriterien0100
Sechs Märkte, vier Prinzipien. Außen = volle Wirksamkeit. DACH und US zeigen das vollständigste Profil; CN benötigt deutlich stärkere Übersetzung.Quelle · DFM Service 2024
FIG. 04 · ΔÜBERSETZUNGÜbersetzungs­bedarf je Markt
0-40%-80%40%80%DACH+12%US+18%JP+54%CN+71%IN+38%AE+46%
Anteil der Verhandlungen, in denen Prinzipien rephrased oder kontextualisiert werden mussten. Je höher, desto weniger trägt die wörtliche Anwendung.Quelle · DFM Service 2024 · Beobachtungs­schema

Das Harvard-Konzept ist universell. Seine Vermittlung ist es nicht. Wer das verwechselt, exportiert Form ohne Inhalt.

— Aus den Befunden, S. 41

Was das für
Mandate heißt.

Wir empfehlen, die vier Prinzipien als Substanz zu lehren und die Vermittlung kulturell zu adaptieren. Was in DACH als methodische Klar­namen funktioniert, wirkt in JP/KR aufdringlich. Was in UAE als Anker erwartet wird, gilt in DACH als Manöver.

Für deutschsprachige Mittel­ständler im internationalen Geschäft ist die wichtigste Übung nicht „mehr Methode". Sondern: dieselbe Methode, andere Sprache, anderes Tempo, andere Reihenfolge.

Grenzen.
Quellen.

Grenzen der Studie

  • Beobachtungs­studie – nicht alle Cases waren vollständig protokollierbar.
  • Sample je Markt unterschiedlich groß (DE 48, US 36, JP 28, KR 24, CH 32, UAE 16).
  • Branchen­mix industriell-mittelständisch geprägt; B2C unterrepräsentiert.

Ausgewählte Literatur

  1. Fisher, R., Ury, W., Patton, B.Getting to Yes.Penguin, 2011 (3. Aufl.).
  2. Brett, J. M.Negotiating Globally.Jossey-Bass, 2014.
  3. Hofstede, G.Cultures and Organizations.McGraw-Hill, 2010.
  4. Salacuse, J. W.The Global Negotiator.Palgrave Macmillan, 2003.

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SitzSimonswald · Schwarzwald
ReichweiteDACH, projekt­bezogen international
PartnerHochschulen, Forschungs­einrichtungen
DiskretionNDA · keine Klar­namen
Kontaktforschung@dfmservice.de