Studie N°04 / 2024Der DFM-Forschungsbogen – Empirie · Methode · MandatOnline · Präsenz · HybridErhebung 2023 – 2024
Start/Forschung/Studie N°04 / 2024
Studie · Modus-Vergleich

Effekti­vität von
Online-
Verhandlungen.

Wann trägt das Video­fenster, wann schadet es? 412 Cases aus 14 Branchen, im Direkt­vergleich Online vs. Präsenz.

Cases412 · 14 Branchen
ModusOnline vs. Präsenz · matched pairs
Sample186 Verhandler:innen DACH
Erhebung2023 – 2024
Studie N°04 / 2024Online · Präsenz · Hybrid
ONLINEPRÄSENZEINGESPIELT< 3 %NEU−22 %KOMPLEX−14 %412 CASES · 14 BRANCHEN
Vermerk · Erhebung 2023 – 2024Wir haben 412 Verhandlungs­cases aus 14 Branchen ausgewertet, in denen dieselbe Konstellation einmal online und einmal präsent verhandelt wu…

Wir haben 412 Verhandlungs­cases aus 14 Branchen ausgewertet, in denen dieselbe Konstellation einmal online und einmal präsent verhandelt wurde. Das Ergebnis: Der Modus erklärt deutlich weniger Varianz, als die Debatte suggeriert.

Was den Unterschied macht, sind drei Moderatoren: Reife der Beziehung, Komplexität des Inhalts und Erfahrung der Verhandler:innen mit dem jeweiligen Modus.

Wie wir gemessen haben.

01

Case-Akquise

Q1/2023 · 412 Cases dokumentiert

02

Matched-Pairs

Q2/2023 · 186 Verhandler

03

Erhebung

Q3/2023 – Q2/2024

04

Publikation

Q4/2024

Was die Daten
tatsächlich sagen.

§ 01

Bei eingespielten Beziehungen: kein messbarer Unterschied.

Wenn Beteiligte sich kennen und der Inhalt klar strukturiert ist, liegen Online- und Präsenz-Ergebnisse innerhalb der Fehlerspanne (< 3 % Abweichung).

<3%Differenz · eingespielt
§ 02

Bei jungen Beziehungen: Online verliert.

In Erst- und Zweit­gesprächen sinkt das Beziehungs­ergebnis online um 22 % – auch wenn der erzielte Wert ähnlich bleibt. Spätere Mandats­verlängerungen leiden mess­bar.

−22%Beziehungs­wert · neu
§ 03

Bei komplexen Inhalten: Online verliert.

In Cases mit hoher inhaltlicher Komplexität (mehr als 5 verhandelte Variablen) fällt die Wert­erschließung online um 14 %. Pausen werden online seltener strategisch genutzt.

−14%Wert · komplexe Cases
§ 04

Hybrid ist riskant – wenn das Setup nicht stimmt.

Hybrid-Cases mit gemischter Präsenz/Online-Beteiligung schneiden schlechter ab als rein präsente oder rein online geführte – außer der/die Moderator:in ist eindeutig benannt.

Was die Daten
zeigen.

FIG. 02 · SLOPEOnline → Präsenz · sechs Outcome-Dimensionen
ONLINEPRÄSENZ515169698686Vertrauen+2684Beziehungs­tiefe+3081Werterschließung+678Tempo-2264Effizienz-1171Konflikt­klärung+2579
Modus-Wechsel von online zu präsenz. Volle Linie: Verbesserung. Gestrichelt: Verschlechterung. Hauptbefund: Beziehung und Vertrauen profitieren am stärksten von Präsenz.Quelle · DFM Service · 412 Cases · 2023/24
FIG. 03 · HEATModus × Kontext · Outcome-Differenz
EINFACHKOMPLEXKONFLIKTErstkontaktVertragsabschlussKonflikt-KlärungRoutine-Folgegespräch+8+22+31+4+18+27+12+24+36-3+6+14-336
Zellen­werte: Outcome-Differenz Präsenz minus Online (Index­punkte). Online verliert dort am stärksten, wo Beziehungs­tiefe und Mehr­deutigkeit zusammen­treffen.Quelle · DFM Service 2024 · 412 Cases
FIG. 04 · BARSModus-Erfahrung als Moderator
02550751005478ANFÄNGER7682GEÜBT8891EXPERTEINDEXOnlinePräsenz
Wer den jeweiligen Modus geübt hat, holt online fast genauso viel heraus wie präsenz. Erfahrung schließt den Großteil der Lücke.Quelle · DFM Service 2024 · n=186 Verhandler

Online ist kein zweit­klassiger Tisch. Es ist ein anderer Tisch. Wer ihn behandelt wie den alten, verliert ihn.

— Aus den Befunden, S. 24

Was das für
Mandate heißt.

Die Wahl des Modus ist eine taktische Entscheidung, keine ideologische. Online spart Zeit, Reise und Kosten – aber nur, wenn Beziehung und Inhalt es erlauben.

Unsere Empfehlung für den Mittelstand: Erst- und Eskalations­gespräche möglichst präsent, Zwischen­schritte und Routine-Closings online. Hybrid nur mit klarer Moderation.

Wer regelmäßig online verhandelt, sollte methodisch trainieren – nicht zoom-trainieren. Die Software ist nicht das Problem.

Grenzen.
Quellen.

Grenzen der Studie

  • Selbst-Selektion bei der Modus­wahl in einigen Cases.
  • Tonale Faktoren (Audio-Qualität, Bandbreite) wurden nur grob erfasst.
  • Branchen­mix nicht gleichverteilt – Maschinenbau und eCommerce sind übergewichtet.

Ausgewählte Literatur

  1. Stuhlmacher, A. F., Citera, M.Hostile Behavior and Profit in Virtual Negotiation.Journal of Business and Psychology, 2005.
  2. Galin, A., Gross, M., Gosker, G.E-negotiation versus face-to-face.Computers in Human Behavior, 2007.
  3. Schoop, M., Köhne, F., Staskiewicz, D.Computer-mediated negotiation.Group Decision and Negotiation, 2010.

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